Love is love is love is love

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Monday evening a vigil was held for the victims of the Pulse shooting in front of the U.S. Consulate in Munich. (c) Steffi Berens

June is Pride Month and yesterday 50 people were killed and 53 injured during a shooting at Pulse, a gay club in Orlando. The mainstream media is heavily speculating on the killer’s possible ties to terrorist groups, his background and his exact motivations, while usually mentioning the fact that the target was a club filled with celebrating LGBTQ people only in the margins. After reading some of the countless reports on this horrible incident, I focused on pieces by queer outlets and was thankful for all the anger and outrage, but also the comfort that they articulated.

After every shooting I wonder how many more it will take for lawmakers to finally get behind gun control. I’m tired of people bringing out bullshit arguments along the lines of “Guns don’t kill people, people do.” I’m tired of people insisting on the right to bear arms, grounded in the Second Amendment of the U.S. Constitution. That right might have made sense in an 18th century frontier society, but not in modern-day USA, where there are far too many assholes able to legally obtain the means to kill innocent people going about their lives in schools, universities, movie theaters, health care centers and night clubs. I’m tired of people hailing “American freedom”, while at the same time school children are shot, women are targeted for visiting abortion clinics and queer people celebrating Pride are killed – because in 2016 it still seems to be shocking for women to actually own their bodies or for two people to openly express their love on the street.

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Dozens of candles and roses were placed on a rainbow flag in front of the U.S. Consulate. (c) Steffi Berens

I’m tired of constantly keeping half an eye on my surroundings when I’m holding my girlfriend’s hand in public, of cautiously looking around before and after we exchange a quick kiss because chances are there might be somebody watching us in disapproval. Not that I care about anybody’s opinion, but I do care about the possibility that society can produce some fucked up individuals capable of verbally or physically assaulting people because they dare to declare their love in public. I’m tired of U.S. politicians implementing laws making queer and trans lives even more difficult than they already can be, and thereby sending a message to the public that discrimination and hatred is acceptable and in some states even legal. I’m tired of German politicians hypocritically talking about openness and tolerance but at the same time failing to even acknowledge that the victims of this attack were LGBTQs.

The attack in Orlando is an attack on the entire queer community, no matter what country we live in. Even though incidents like these try to ingrain fear into our heads, our hearts will stand united because love is love is love is love and cannot be killed or swept aside.

 

When senseless acts of tragedy remind us

That nothing here is promised, not one day

This show is proof that history remembers

We live through times when hate and fear seem stronger

We rise and fall and light from dying embers

Remembrances that hope and love lasts long

And love is love is love is love is love is love is love is love is love

Cannot be killed or swept aside.

from Lin-Manuel Miranda’s Tony Awards acceptance speech

 

WTF, Society?! – Vergewaltigungen und Feminismus

Die Zeit hat neulich ein verdammt gutes Interview mit Rebecca Solnit, der Autorin des Buches Wenn Männer mir die Welt erklären veröffentlicht. Verdammt gut in dem Sinne, dass Ms. Solnit die pauschalisierenden Fragen und teilweise haarsträubenden Ansichten der Leiterin des Interviews, Elisabeth Raether, auf bewundernswerte Weise zerschlagen hat. Ebenso dämlich wie die Fragen war die überhaupt nicht treffende Überschrift des Artikels: “In Amerika geht es brutal zu”. Super. Wieder ein Grund, die USA als rückständiges Land zu bezeichnen, während die Fortschrittlichkeit Deutschlands in den Himmel gelobt wird. Mal abgesehen davon geht es hier nicht um Brutalität in Amerika im Allgemeinen, wie die leicht aus dem Kontext gegriffene Überschrift vorschlägt, sondern um Feminismus, Patriarchat und Gewalt als Resultat der Überlegenheit des heiligen männlichen Geschlechts. Eine weitere völlige Missinterpretation von Frau Raether war die Verurteilung der mangelnden Fähigkeit Solnits in dem persönlichen Interview ihre Thesen klar zu formulieren. Schonmal was von Introversion gehört, Frau Raether? Die Bevorzugung der schriftlichen Kommunikation findet sich sehr häufig bei Introvertierten, die übrigens oft herausragende Schriftsteller sind. Hätten Sie einen Mann genauso beschuldigt, sich in direkter verbaler Kommunikation nicht vernünftig ausdrücken zu können? Ach nein, Moment, das nennt man ja dann die “Schüchternheit eines zurückgezogenen, genialen Künstlers”.

Das thematisch hochinteressante, aber grauenhaft geführte Interview ließ mich darüber nachdenken, ob es zwischen dem Feminismus in den USA und in Deutschland einen Unterschied gibt. Gibt es in Deutschland überhaupt noch so etwas wie Feminismus? Meistens läuft einem der Begriff doch nur in schlecht formulierten Facebook-Kommentaren von irgendwelchen Männern über den Weg. “Och nee, schon wieder sind da ein paar dumme, radikale Feministen unterwegs.” Als meine Mitbewohnerin mich fragte, ob ich mich als Feministin bezeichnen würde und mir dann offenbarte, dass ihr Freund ja ganz schlecht auf solche Leute zu sprechen sei, fühlte ich mich dazu genötigt, zu einem Vortrag über die Notwenigkeit von Feminismus auch heute noch und der teilweise krassen Unterschiede zwischen verschiedenen feministischen Strömungen anzusetzen. Einen Vortrag, den ich nach wenigen Sätzen entnervt abbrach. Erstens, Introversion. Schlechte Fähigkeiten bei direkter verbaler Kommunikation. Soll’s ja geben, Frau Raether. Zweitens, Komplexität des Themas. Vielleicht sollte ich mal ein Essay dazu verfassen und an alle Leute aushändigen, die mir mit ignoranten und schlecht durchdachten Kommentaren zum Thema Feminismus kommen.

Persönlich scheint es mir, als würde sich in den USA viel deutlicher eine feministische Bewegung abzeichnen als in Deutschland. Wessen Facebook News Feed von Blogseiten wie Huffington Post, der absolut genialen Plattform “Amy’s Smart Girls”, von Komikerin und Schauspielerin Amy Poehler ins Leben gerufen, oder (der nicht so genialen Plattform) Buzzfeed überschwemmt wird, merkt schnell, dass nicht nur ziemlich heftig ein demokratischer (im Sinne der Partei der “Democrats”, nicht des politischen Systems) oder “linker” Standpunkt vertreten wird, sondern auch feministische Stimmen häufig zu Wort kommen – endlich! Abgesehen von den Momenten, in denen mir Buzzfeed erzählt, sie könnten aufgrund meiner Beziehung zu Pizza feststellen, auf welchen Typ Mann ich stehe. Wenn Google heutzutage meinen Standpunkt bestimmen kann und mich darauf basierend auf Restaurants in der Nähe aufmerksam macht, dann sollte Buzzfeed doch bitte in der Lage sein, aufgrund meiner Facebook-Likes und Internetrecherchen festzustellen, dass Männer mich in dieser implizierten spezifischen Art und Weise einen – pardon – Dreck interessieren! Ich schweife ab. Wir waren beim Feminismus in den USA. Mein Punkt ist, ich bin in den deutschen Sphären des Internets bisher nicht über solche oder ähnliche Veröffentlichungsplattformen gestoßen. Gibt Deutschland sich einfach damit zufrieden, sich mit einer weibliche Kanzlerin brüsten zu können (während Hillary Clinton im Jahr 2015 dafür kämpft, die erste Präsidentin der USA zu sein) und kurzzeitig mal über die Frauenquote diskutiert zu haben? Feminismus und Gleichstellung sollten ernsthaft Einzug in den alltäglichen Diskurs halten, und zwar nicht nur dann wenn sich ein paar dumme, radikale Feministen sporadisch über die gläserne Decke oder Gehaltsunterschiede aufregen.

Ein Hauptthema des Interviews und auch des Buches von Ms. Solnit sind Vergewaltigungen. Während Elisabeth Raether immer wieder darauf pocht, dass Frauen angeblich Vergewaltigungsfälle erfinden und den Männern anhängen, macht Rebecca Solnit deutlich, wie die Gesellschaft (also eigentlich das Patriarchat) Frauen zum Schweigen bringen will, indem sie als nicht zurechnungsfähig dargestellt werden. Frau Raether spricht auch “rape culture” an, ihrer Meinung nach ein Begriff dafür, dass Vergewaltigungen junger Frauen an amerikanischen Universitäten zu oft vorkommen. Glaubt die gute Frau im Ernst, dass rape culture nur ein Phänomen in der von der Außenwelt abgeschotteten universitären Seifenblase darstellt?! Vergewaltigungen betreffen ALLE Frauen. Auch diejenigen von uns, die das Glück haben nicht – oder noch nicht (Schauder) – direkt und physisch von diesem gesellschaftlichen Problem heimgesucht worden zu sein. Ich kann und will mir im Detail auch nicht vorstellen, wie eine Vergewaltigung das Leben einer Frau beeinflusst. Nicht nur muss sie mit einer eventuellen Schwangerschaft und am Ende vielleicht noch einer Abtreibung zurecht kommen, sondern auch den Rest ihres Lebens mit den psychischen Folgen leben und obendrein wird sie von der Gesellschaft als Opfer und manchmal sogar als “selber schuld” stigmatisiert! Währenddessen kommt das Arschloch, das ihr das angetan hat, im schlimmsten Fall mit einer Freiheitsstrafe von nur ein paar wenigen Monaten oder im besten Fall mit ein paar Jahren Knast davon!

In der siebten Klasse feierte eine Freundin von mir ihren Geburtstag mit einer Zeltparty in ihrem Garten. Nachts lagen wir zu fünft nebeneinander unter dem dünnen Stoffdach und eine sagte plötzlich in die Stille hinein: “Ich hab so Angst davor, vergewaltigt zu werden.” Wir waren 13 Jahre alt, verdammt nochmal! Warum muss sich ein Mädchen in dieser doch so fortschrittlichen, westlichen Gesellschaft mit 13 Jahren ernsthafte Gedanken darüber machen, dass sie Opfer eines so furchteinflößenden Gewaltverbrechens werden könnte? In Deutschland werden pro Jahr durchschnittlich 7.700 Frauen vergewaltigt, anders ausgedrückt ist das eine Vergewaltigung alle 68 Minuten (Quelle). Die USA haben offensichtlich ein Problem mit der Ermittlung dieser Werte. Der U.S. Census Bureau zählte im Jahr 2010 188.000 Opfer, das Center for Disease Control and Prevention 1,3 Millionen, der FBI berichtete von ca. 85.000 Fällen (Quelle). Wie hoch die Zahl auch sein mag, erstens reflektiert sie nicht wie viele Vergewaltigungen nicht zur Anzeige gebracht werden und zweitens: DAS SIND SCHLICHT UND EINFACH ZU VIELE!

Der Grund für Vergewaltigungen? Laut Rebecca Solnit das autoritäre – oder nennen wir es ruhig überhebliche – Denken einer Gruppe, mehr Rechte zu besitzen als Andere, und somit ein Recht ÜBER Andere zu besitzen. Im konkreten Fall also die Überzeugung, Frauen wären minderwertig und frei verfügbare Objekte zur Befriedigung männlicher Bedürfnisse. Die ständige Sexualisierung von Frauen in den Medien und im Alltag hilft da garantiert nicht. Dieses autoritäre Denken führt offensichtlich nicht zur zu Vergewaltigungen, sondern auch zu der momentan eskalierenden Anzahl an Toden durch Schusswaffen in den USA, sowie zu Völkermorden.

Und genau deswegen brauchen wir auch heute noch Feminismus.

On Pain, Women and Burger King

Since I have once again arrived at those days of the month where I have to be on pills to step out the front door, spend the day curled up on the couch and creep through the house like a 100-year-old, groaning and cussing out everything that’s in my way (actually this is way TMI, but I needed an introduction), I thought I would go complain publicly. About periods and women and society. Guys, you may exit now. No wait, stay and listen to this.

1. Why

Why the hell do us women have to do all the hard work? Not only are we cursed with endless extremely painful period cramps every month, we’re also supposed to take care of the birthing. Because there aren’t enough people on this planet yet. The answer is actually pretty simple: Men would never be able to take such pain. They would die miserably. Croak. Just like that, on the first day. So actually we should be proud of being tough enough to stand the kind of pain the “stronger sex” can’t even imagine. BUT: Why do I have to go through all this if I don’t even want to have kids?

2. Oh my God, you don’t want kids?!

Nope. I have absolutely no interest in sperm floating around inside of me until it pairs up with an egg and turns me into a pickle-eating, vomiting elephant for the next nine months. I also don’t care for doctors (which are in my bad books anyway) rummaging around between my legs or contractions that after hours of pain make a slimy, screaming lizard crawl out of me. And that’s only where the fun begins. So sorry (actually no, I’m not sorry), but the already unhealthy number of world population will have to be increased without the help of my uterus. I just don’t like kids. And they don’t really like me either, which is actually a win/win situation. “Oh, you’re still so young, just wait until you meet the right man…” I’m dying of laughter. Out of multiple reasons.

3. Women and Children and Careers 

After a few thousand years of human existence we are finally allowed to work and even vote without permission from some man. Does this mean our life is paradise? Far from it. It doesn’t matter what we do with our lives, society doesn’t like it. Married stay-at-home mom? Oh my God, where were you during emancipation? Mom with a career? Oh my God, the poor children! Married, without kids? Oh my God, did she know he was impotent before the wedding? Gay? Oh my God, why are you doing this, you’re so pretty! Surely it has something to do with your relationship with your mother!! Unmarried with a career? Single mom? Gay and married (surely not in Germany)? Gay with children? Doesn’t matter, there’s always somebody displeased with it. Why don’t men have such a hard time? A stay-at-home dad is very cool, dad with a career not a problem (since the wife’s at home), unmarried, well, he wants his freedom. Why the hell is this still so imbalanced – in the damn 21st century?! I’m not even going to get started on wage differences.

4. Women and Clothing

The same thing is going on with how we dress, too. No matter what it is we wear, we’re either sluts or oppressed nuns. Buttoned up blouse? Girl, show some more skin! Where’s the feminine side of you? Wearing hot pants and a bikini top in public? God, go cover yourself! You’re basically inviting men to rape you! (By the way: F*** Rape Culture! I’m only censoring this for my parents and minors that might be reading this. Although the latter blow the F-bomb all the time anyway.) Apart from being told what we’re supposed to wear, we’re also constantly reduced to our outer appearance. Most recent example: The Oscars. “So, whom are you wearing tonight?”

5. Burger King

Despite all campaigns, appeals, public statements etc. etc. women are still sexualized in public way to often. Take this Burger King advertisement for example:

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The woman looks like a mesmerized fish, and we all know what they mean by “Seven Incher” and “blow your mind”. Seriously? Of course the meat-eating male population is highly amused and apparently BK is also rich enough to address only brainless patriarchs with their ads. In this western world you can have a really hard time, unless of course you’re a man and white and straight. Why? Aren’t those actually the minority?

So I started off with period pains and ended up at Burger King. Yep, this post is not very academically written (but I didn’t really intend for that either), a little conglomerate and I don’t know what my actual statement is, BUT I know that everything mentioned above evidently really pisses me off and I wanted to give that a vent. Sadly I haven’t come up with the ultimate solution to the problems of this screwed up society, but maybe if a few more people express their anger about this, one day something will change. That said, I’ll be in the bathroom looking for more pain killers.